Am 2. Mai um 19;30 Uhr sind wir von der Tour mit Amma zurueckgekommen.
Es hat jetzt ein paar Tage gedauert, das ich hier schreiben konnte, aber es musste alles erstmal sacken…
Es waren viele Eindruecke, sehr viele und viele Erlebnisse und Ereignisse kann ich gar nicht einsortieren und einschaetzen, wie das mein westlicher Geist so oft von mir verlangt.
Ich kann euch jedoch von meiner ersten Begegnung mit AMMA berichten!
Die Meisten sassen schon bei ueber 40 Grad in einer riesigen ueberdachten Wellblechhalle in Manjeri, die gerade noch fertig zusammengebunden und fertig ueberdacht wurde.
Elias und ich holten uns noch schnell Wasser und versuchten den Massen und der Hitze auf unseren Plastikstuehlen zu entfliehen. Gerade als wir unsere Flaschen gefuellt hatten und von der Schule hinab auf die Halle und die vielen Menschen blickten kam AMMA aus ihrem Zimmer.
Unweigerlich kamen mir ploetzlich die Traenen und Elias zappelte neben mir, „DIE AMMA, DIE AMMA, DIE AMMA!“ Ein Gefuehl losgeloest von Zeit und Raum kam in mir auf….
Warum kamen mir die Traenen? Warum zieht einem eine noch nie gesehene Person so in den Bann?
AMMA machte kurz vor uns kehrt um vom Balkon herunter zu sehen und sich, denke ich, den Brahmastanentempel fuer die Einweihung am naechtsten Tag anzusehen.
An Abend sang Amma Bajahns und gab Prasad, d. h.sie verteilt bzw. segnet fuer alle das Abendessen. Es wird ein Mantra gesungen und das Essen wird Teller fuer Teller durch die Halle gereicht. Erst wenn wirklich alle haben und Amma zu essen beginnt wird gemeinsam gegessen.
Es gab jedoch auch andere Momente, in welchen ich oft haderte ob wir die Tour nicht verlassen sollen. Es gab einige Momente an welchen ich oft an meine Grenzen gekommen bin.
Vier Stunden bei Hitze auf einem Stuhl verharren und von dem Vortrag nichts verstehen und das alles nachdem ich um 5 Uhr morgens aufgestanden bin, schon zwei Stunden Busfahrt hinter mir hatte und noch sechst Stunden Busfahrt vor mir hatte . Von der meist herschenden Lautstaerke den Menschenmassen ganz zu schweigen und von den Indern, die einfach ein ganz anderes Empfinden fuer Naehe haben, als wir distanzierten Westler!
Mit ca. 150 anderen Ashrambewohner in einem muslimischen Auditorium weiter weg vom Veranstalungsort untergebracht zu sein, war fuer mich eine weitere Herausforderung. Elias hatte immer und ueberall Kontakte, nahm alles wie es kam mit Leichtigkeit und wurde fuer sein sonniges und offenes Wesen sehr bewundert!
Ein schoener Moment war fuer mich, nach der Prasadgabe von AMMA, als wir alle zurueck zu unseren Schlafplatz kommen mussten! Fuer so viele Leute wurde ein viel zu kleiner Schulbus bereitgestellt, der uns alle fahren sollte und so quetschten sich alle in den Bus, so das es mich fast beim Fenster wieder rausgedrueckt haette. Elias sass beim Fahrer ;). Und als sich der Bus in Bewegung setzte herrschte keine schlechte oder gequaelte Stimmung, nein, gemeinsam sangen wir das Mantra, bis der Bus uns absetzte.
Jeden Tag wenn Programm war und Amma Darshan gab, hatte ich eine 30 Minuetige Schicht hinter AMMA. Ich stoppte die Zeit fur den Prasadsupervisor, der dann dem Prasadgeber sagen musste wann er fertig ist.
Wenn AMMA Darshan gibt laeuft das hier in Indien ziemlich schnell ab, da es einfach soooooooooooo viele Menschen sind und jeder bekommt ein Prasad (Geschenk) von ihr und dazu werden immer Leute benoetigt die ihr das in die Hand geben. Das ist eine sehr beliebte Aufgabe, da man so AMMA sehr nahe sein kann. Somit muss die Zeit eingeteilt und gestoppt werden und es werden Leute benoetigt die die „Prasadgeber“ einlernen!
Die Zeit hinter AMMA habe ich sehr genossen und es war wunderbar in die groessten teils indischen Gesichter zu blicken, die vor Vorfreude strahlten, weinten oder gespannt zu ihr vorblickten.
Die Spiritualitaet des Landes beeindruckt mich sehr und mit was fuer einer Hingabe (ein Teil) der indischen Bevoelkerung „ihren Guru“ erehrt.
Wer noch nie in Indien war, kann sich die Stimmung bei der Einweihung eines Tempels nur schwer vorstellen. Es ist unglaublich heiss (wahrscheinlich die Temperatur und die aufgeheizte Stimmung), ein Menschengedraenge und alles singt und betet. Aber es ist keinesfalls leise, so wie bei uns in den Kirche, sondern es herrscht eine ausgelassene Stimmung. Voller Elan wird getrommelt und die Mantras ertoenen so das ich immer oefters das Gefuehl hatte, die Stimmung ist kurz vorm kollabieren, so sehr brodelte die Stimmung.
Am zweiten Programmtag in Manjeri bekamen Elias und ich unseren ersten Darshan und ich ging in Trissur zwei Tage spaeter Abends alleine nochmal, da mir eine ganz Liebe ihren Token geschenkt hat. Ich war beidemale wahnsinnig aufgeregt und es ging viel zu schnell vorbei.
Ein magischer Moment war auch als AMMA an mir und Elias im Schulgebaeude in Manjeri an uns vorbei zum Programm ging! Sie strahlte Elias so sehr an und er stand wie angewurzelt da. Wenn Elias neben ihr auf der Buehne sass, war es so, als kannten die Beiden sich schon lange… (Elias ist auch in der hier lokalen indischen Zeitung, mit Amma zu sehen.)
Auch bei meinem zweiten Darshan war das Gefuehl so, als wollte AMMA mir sagen, „Hey du, ich hab dich vor ein paar Tagen schon mal gedrueckt, schoen das du aber da bist meine Liebe.“
Ja, das klingt wohl aus der westlichen Welt betrachtet ziemlich abgehoben…
Das muss einfach jeder selbst erleben und spueren.
Was zwischenmenschlich so anlaueft und das oft Welten aufeinander prallen jeder so mit seinen Eigenheiten, das ist wohl relativ normal, bei so vielen Menschen aber oft auch sehr zermuerbend.
Worueber sich auch jeder selbst ein Bild machen muss und ich es selbst nach der Tour und noch 5/6 Wochen Ashram nicht einschaetzen kann, ist warum doch so deutlich zwischen Westler und Inder unterschieden wird.
Mir ist die getrennte Essensausgabe sehr sauer aufgestossen…! Bei den Westlern weniger Leute und kaum eine Schlange… und bei den Indern – Menschenmassen, die ueber Stunden in der Sonne warten und die auch arbeiteten und lange Anreisen hatten.
Wieso nicht bei gleichem Essen, gleiches Recht fuer alle? Oder durchblicke ich da etwas nicht?
Auch sassen hinter AMMA ganz oft viele Westler, selbst die das Arcana gesungen haben oder Ammassari richteten waren westlich! Weder Archana noch Sari sind in unserer Kultur verankert…. Warum dann dafuer Westler?
Auch hier verstehe ich den Grund dafuer nicht! Oder ist es AMMA die das ALLES schon so macht, wie es gut ist…?
Oder machen wir Westler uns einfach ueberall breit? Ein grosses Fragezeichen fuer mich!
Ich war froh mit auf Tour gewesen zu sein, aber nach den verschiedenen Unterbringungen in AMMA Schulen, scharfem indischen Fruehstueck, Duschen aus eimern, keine Privatsphaere, ohne Kindle, Buch, Handy und Internet freuten wir uns auf das Ashram und die paar Habseligkeiten die dort auf uns warteten….
Zurueck im Ashram warten wir nun jeden Tag auf AMMA, die mit Roomdarshan sehr beschaeftigt ist, bevor sie dann bald wieder auf Amerika und Europatour geht…!
In Muenchen mag ich sie auf alle Faelle wieder treffen!
(Schreib bald mal wieder… verabschiede mich nun aus einem an der Strasse gelegenen Internetschuppen bei 50 Grad… Wo alles klebt und ich so sehr schwitze…)